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06.07.2016

Golfclub Lech: Ergänzung zum Wintertourismus

Manuel Trappel (26) aus Vorarlberg ist Österreichs zweitbester Golfer. Der Amateur-Europameister von 2011 schob sich seit seinem Übertritt zu den Profis bereits mehrmals unter die Top Ten eines European-Challenge-Tour-Turniers. Jetzt jedoch schiebt er erst einmal sein Kinn nach vorne und deutet auf die Spielbahn: „Dies hier ist mein Lieblingsloch!“ –des neuen Golfplatzes von Lech am Arlberg. Es ist die 3, ein Par 4 von 239 Metern Länge. „Es bietet Wasser und Rough und ist eng – eine echte Herausforderung!“.

KURZ, ABER HERAUSFORDERND
Wie die gesamte Anlage. Wer der Meinung anhängt, hier handele es sich, weil von Gelb nur 4.288 Meter lang und lediglich Par 66 aufweisend, um einen Mickeymaus-Platz für die Touristen, wird fröhlich den Course betreten – ihn jedoch mit betretener Miene und ohne einen einzigen Ball noch im Sack verlassen. Denn die Runde ist (mit Ausnahme des wirklich leichten Lochs 7) eine einzige Herausforderung. Der deutsche Ex-Torwart Jens Lehmann brachte es nach dem VIP-Opening-Turnier am 27. Juni auf den Punkt: „Ein wunderschöner Kurs“ – womit er die faszinierende Aussicht auf die Bergwelt ringsum meinte, den Wasserfall unterwegs beim Abschlag der 6, den ewig gurgelnd das Spiel begleitenden Fluss Lech, die Bäche und Tümpel und Seen und Fischteiche und so weiter – „aber eng.“ Luxemburgs Skilegende Marc Girardelli, hinterher genüsslich an einer Zigarre ziehend: „Wenn der Platz in einem Jahr zusammenwächst …“ Dann werde er wohl klasse sein.

ERGÄNZUNG ZUM WINTER
Die Anlage, deren Botschafter Trappel ist, entstand übrigens aufgrund einer Meinungserhebung. Die Wintertouristen von Lech Zürs wurden gefragt: „Was würde Sie dazu bewegen, auch im Sommer zu uns zu kommen?“ In der Antwortenreihung klar an erster Stelle: „Ein Golfplatz!“. Jetzt ist er da. Mit Österreichs höchstem Abschlag – die 1 liegt 1.509 Meter über dem Meer. (Schöner Film auf www.golf-arlberg.at.)

GELUNGENER AUFTAKT
Beim VIP-Eröffnungsturnier mussten zur Schonung der Fairways noch Matten in Fußabstreifergröße mitgeführt und bei jedem Schlag als Unterlage drapiert werden. Was Manuel Trappel freilich egal war: „Sechs unter“ lautete das Resultat für ihn und sein Team beim Texas-Scramble-9-Loch-Turnier – sechs Birdies und drei Pars. Seiner Mannschaft war der Bruttosieg nicht mehr zu nehmen. Im Netto-Siegerteam hingegen stand der Vorarlberger Bewegungs-Guru Toni Mathis – der berühmte Fitness-Coach von Trappel. Ein prima Team, die beiden. Man wird vermutlich noch viel von ihnen hören. Schließlich hat Mathis früher auch schon Bernhard Langer „gefittet“.

(von Jupp Suttner)


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